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4.Kapitel EINIGE BESONDERE GEBETE 1. Gebet der Eltern
Herr Jesus Christus, du hast in Nazaret die Familie geheiligt und uns in Maria und Josef ein vortreffliches Beispiel selbstloser Liebe zu den Kindern gegeben. Wir bitten dich, daß du unser Heim mit deiner Gnade und deinem Segen erfüllst. Hilf uns, unsere Kinder christlich zu erziehen und uns in opferbereiter, reiner und zärtlicher Liebe anzunehmen. Gib uns die Gnade, daß wir eine wirklich christliche Familie, eine Hauskirche bilden. Wir bitten dich für unsere Kinder, daß sie an Leib und Seele gesund heranwachsen, daß sie dich natürlich und unkompliziert lieben lernen, daß sie sich niemals von dir lossagen. Sie sind dein, denn du hast sie uns geschenkt; wenn du eines von ihnen in deinen Dienst rufen und ihm eine Berufung schenken willst, bieten wir dir gerne das Opfer an, daß unser Kind nicht mehr bei uns sein wird. Ja, wir bitten dich sogar, daß du auf unser Heim blickst, und eines unserer Kinder erwählst. Es ist das größte Geschenk, das du uns machen könntest, denn wir sind überzeugt, daß unser Kind mit dir glücklich wird und viel für die Kirche tun kann, wenn es sein Leben dir und deinem Reich weiht. 2. Gebet der Jugendlichen
Jesus Christus, ich bin jetzt bei dir, um mit dir ein wenig über das Leben nachzudenken, über die anderen, über mich selbst, über so viele Dinge, die mich stark beschäftigen. Ich kann nicht genau begreifen, wer du bist, wer ich bin, was die Welt ist. Aber ich möchte etwas Großes für dich und für die Menschen tun, damit mein Leben nicht umsonst gewesen ist. Ich weiß, daß in dir das Leben und die Wahrheit ist, und deswegen komme ich, um von der einzigen Quelle zu trinken, die meinen Durst nach Wahrheit, Güte und Schönheit stillen kann. Heute möchte ich dich besonders für jene Jugendlichen bitten, die einen Ruf zum Priestertum oder zum gottgeweihten Leben in sich spüren. Es fällt ihnen sicher nicht leicht, alles zu verlassen, um dir nachzufolgen: Familie, Bekannte, ihren Freund oder ihre Freundin ... Aber ich verstehe jene, die alles verlassen, um dir nachzufolgen; denn du bist der Schatz, für den es sich lohnt, alles zu verkaufen, nur um dich nicht zu verlieren. Sie werden in die Welt hinaus gehen und dein Evangelium verkünden und so vielen Menschenleben ihre Bitterkeit nehmen. Sie werden vielen Menschen Hoffnung bringen, tausenden Jugendlichen, die ohne Ideal, ohne Gott und ohne wirkliche Liebe leben. Sie werden in dieser Welt, die zu Bitterkeit und Haß verurteilt scheint, deine Botschaft der Freude, des Friedens und der Hoffnung verbreiten. Sie werden die Traurigen trösten, die Schwachen stärken, Gnade und Vergebung schenken. Ich beneide sie darum. Ich weiß nicht, was ich antworten würde, wenn ich deinen Ruf spürte, aber ich würde dich um das bitten, worum ich heute für diese jungen Menschen bete, die jetzt deinen Ruf verspüren: um Großherzigkeit, Stärke, Mut und Glauben. Du kannst ein Leben wirklich erfüllend machen, ihm Sinn und Nutzen geben. Gib uns Priester nach deinem Herzen. Bewege die Herzen junger Menschen, daß sie nicht zögern, die Netze liegen zu lassen, wenn du dich am Ufer ihres Lebens zeigst, sie anschaust und sie bei dem Namen rufst, den du von Ewigkeit her im Herzen trägst. Laß sie auf dich hören, wenn dein machtvolles Wort, mit dem du das All geschaffen hast, leise, aber bestimmt an sie ergeht: Folge mir nach. 3. Gebet der Jugendlichen, die eine Berufung in sich spüren
Jesus Christus, schon lange habe ich auf diesen Augenblick gewartet. Ich brauche eine Zeit der Stille, um mit dir zu sprechen und vor allem um dich zu hören. Wenn ich ehrlich bin, hörst du nicht auf, zu mir zu sprechen. Aber ich möchte das nicht immer wahrnehmen. Manchmal umgebe ich mich mit Musik, mit Freunden, mit Lärm ... Aber ich kann nicht leugnen, daß ich im Innern eine große Leere spüre, auch wenn sich das äußerlich nicht zeigt. Wenn dann aber deine sanfte Einladung kommt, wird das Herz friedvoll und licht: Folge mir nach. Sooft ich in der Tiefe meines Gewissens diese Einladung spüre, bin ich erschüttert darüber, daß du unter Hunderten, unter Tausenden junger Menschen dein Augenmerk auf mich richtest. Aber warum, Herr, warum gerade ich? Was habe ich denn Besonderes, daß du mich rufst, dir nachzufolgen und dein Jünger zu werden? Mir kommt die Szene der Berufung der ersten Apostel in den Sinn, und ich sage mir: Was war denn an Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas so besonders? Waren sie nicht wie alle anderen auch? Waren sie nicht Sünder wie die anderen? Hatten sie keine Schwächen? Waren sie nicht Verräter und Feiglinge wie die anderen? Aber du hast sie erwählt: Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt (Joh 15,16). Und es erstaunt mich zu sehen, wie diese armen Fischersleute vom See Tiberias die Netze für immer liegen ließen, die bis dahin ihren Lebensinhalt darstellten. Und mir fällt es so schwer, meine Familie, die Annehmlichkeiten des Zuhauses, meine Freundin oder meinen Freund, mein Studium, meine persönlichen Vorhaben, meine Freiheiten ... aufzugeben. Andererseits ziehst du mich auch an. Du ziehst mich mit einer ganz besonderen Kraft an, denn du stehst weit über jeder anderen Person oder Sache der Welt. Mich zieht deine Persönlichkeit an, wie du alles gibst, deine Liebe zu uns Menschen, deine Herzensgüte, der Gedanke an dein Reich. Ich weiß, daß ich an deiner Seite wahrhaft glücklich werden kann, daß du mein Verlangen nach Ewigkeit stillen kannst, daß ich mit dir eine unaustilgbare Spur in der Welt hinterlasse, wenn ich in deinem Namen Gutes tue.
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Papst Benedikt XVI. betont die Rolle des Gebetes als Herzstück der priesterlichen Berufung <zenit.org, August 22> Benedikt XVI.: Heiligkeit ist weder Luxus noch Privileg, sondern Berufung aller Getauften <zenit.org, August 20> Eltern der Thérèse von Lisieux bald Selige <kath.net, August 19> | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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