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Die Charismen nicht auslöschen Die Kirche ist eine Teil 8
Frage von Pater Krzystzof Wendlik

Als nächster hat Pater Krzystzof Wendlik, Pfarrvikar an der Kirche »Santi Urbano e Lorenzo« in Prima Porta, über das Problem des Relativismus in der modernen Kultur gesprochen und den Papst um ein erleuchtendes Wort über das Verhältnis zwischen Glaubenseinheit und Pluralismus in der Theologie gebeten.

Benedikt XVI.:

Das ist eine große Frage! Als ich noch Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission war, haben wir uns ein ganzes Jahr lang mit diesem Problem auseinandergesetzt. Ich war Referent und kann mich daher gut daran erinnern. Trotzdem sehe ich mich nicht dazu in der Lage, die Frage mit wenigen Worten zu erklären.

Ich möchte nur sagen, daß die Theologie immer sehr vielfältig gewesen ist. Denken wir an die Kirchenväter, dann das Mittelalter mit der franziskanischen und der dominikanischen Schule, dann das Spätmittelalter und so weiter. Wie wir gesagt haben: Das Wort Gottes ist immer größer als wir. Deshalb können wir die Reichweite dieses Wortes niemals ausschöpfen, und es braucht verschiedene Formen der Annäherung, verschiedene Arten des Nachdenkens. Ich möchte einfach sagen: Wichtig ist, daß der Theologe einerseits in seiner Verantwortlichkeit und seiner beruflichen Fähigkeit versucht, Wege zu finden, die den Erfordernissen und Herausforderungen unserer Zeit entsprechen; und daß er sich andererseits immer bewußt ist, daß all das auf den Glauben der Kirche gegründet ist und daher immer zum Glauben der Kirche zurückkehren muß. Ich denke: Wenn ein Theologe persönlich tief im Glauben lebt und versteht, daß seine Arbeit Nachdenken über den Glauben ist, wird er die Versöhnung zwischen Einheit und Vielfalt finden.


                                                                                                                                                                                                       
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