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Wir alle sind herausgefordert, das Unsere beizutragen, dass der Herr genügend Arbeiter in seine Ernte senden kann Liebe Schwestern und Brüder! Das Eucharistische Jahr ist mit der Bischofssynode in Rom zu Ende gegangen. Dieses Jahr wollte uns wieder mit aller Deutlichkeit bewusst machen: Die Kirche, und das heißt jede Gemeinde, ja jeder Christ lebt von der Eucharistie. Denn sie ist Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens. Doch ohne Priester gibt es keine Eucharistie. Sie wissen alle und erleben, dass die Zahl der Priester in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Dem können und dürfen wir nicht tatenlos zuschauen. Wir alle sind herausgefordert, das Unsere beizutragen, dass der Herr genügend Arbeiter in seine Ernte senden kann. Auch unsere Orden leiden unter Nachwuchsmangel. Ohne Ordensleute wird das kirchliche Leben um vieles ärmer. Von Anfang an gab es in der Kirche Männer und Frauen, die Christus in großer Freiheit nachgefolgt sind und deshalb ein Leben nach den evangelischen Räten der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams wählten. Gott hat sie gerufen, sich vorbehaltlos in seinen Dienst zu stellen. Sie haben ihr Leben Gott geweiht und sind für viele Suchende zum Wegweiser geworden. In schulischen wie sozial-karitativen Einrichtungen waren sie Zeugen christlicher Lebenshingabe. Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen sind unverzichtbar für unsere Kirche, auch in der heutigen Zeit. Mit dem Rückgang von Priestern und Ordensleuten ist der "geistliche Stand" als ganzer be-troffen. Darum ist es ein Gebot der Stunde, unseren Pfarrgemeinden und Familien und nicht zuletzt den jungen Christen erneut bewusst zu machen, wie wichtig der "geistliche Stand" für unsere Kirche ist und wie erfüllend es für den Einzelnen ist, Priester zu werden oder in einen Orden einzutreten. Aus diesem Grund rufe ich für unser Erzbistum ein "Jahr der Priester- und Ordensberufe" aus. Es steht unter dem Leitwort "Vom Herrn gerufen" und beginnt am kommenden Christkönigssonntag und dauert bis zum Korbiniansfest 2006. Inständig bitte ich Sie alle, sich dieses große Anliegen zu Eigen zu machen. Die Entscheidung, Priester zu werden oder in einen Orden einzutreten, betrifft das Innerste des Menschen. Es ist die Antwort auf einen Ruf Gottes, der sich an diese Person richtet. Wir sehen dies an der Berufung der ersten Jünger. Jesus geht am Ufer des Sees von Galiläa entlang, sieht Petrus und seinen Bruder Andreas und sagt zu ihnen: "Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen." Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm (vgl. Mt 4,18-20). Das geschah nicht nur damals. Gott hat sich nicht verabschiedet aus unserer Zeit. Er ruft auch heute Menschen in seinen besonderen Dienst. Dieser Ruf wird auf unterschiedliche Weise erlebt, nicht nur als plötzliche Klarheit, sondern etwa auch als leiser, immer wiederkehrender, ja vielleicht zuerst beunruhigender Gedanke: Meint er mich? Nicht selten durchkreuzt er dabei auch bereits gefasste Lebensplanungen. Die Antwort müssen die Berufenen selbst geben, und zwar mit ihrer Liebe. Jesus ruft keine Funk-tionäre, sondern Nachfolger, die sich mit ihrem ganzen Leben in seinen Dienst nehmen las-sen. Darum müssen die Berufenen mit einer Liebe antworten, die kein Warum kennt, so sagte der Heilige Vater beim Weltjugendtag vor den Priesteramtskandidaten. Wenn die Berufung auch ein ganz persönlicher Vorgang zwischen dem rufenden Herrn und dem berufenen Jünger ist, so sind wir doch alle mitverantwortlich, dass sein Ruf nicht ungehört bleibt und es dem Volke Gottes nicht an Priestern und Ordensleuten fehlt. Im Gleichnis vom Sämann sagt uns Jesus, dass der Same, den er ausstreut, auf geeigneten Boden fallen muss, um aufzugehen und Frucht zu bringen. Dazu braucht es auch ein Klima, in dem Berufungen wachsen und gedeihen können. Hier sind wir alle gefordert, damit geistliche Berufe nicht im Keim erstickt werden. Ermutigen Sie junge Menschen, auf den Ruf Gottes zu hören und ihm zu folgen. Vor allem durch unser Gebet in den Familien, in den Pfarrgemeinden und kirchlichen Gemeinschaften tragen wir bei zu einem Klima, das geistliche Berufe gedeihen lässt. Menschen, die einer solchen Berufung zum Priestertum oder zum geweihten Leben folgen wollen, sollen spüren, dass sie von der Liebe und dem Gebet ihrer Brüder und Schwestern in Christus getragen sind. Während des "Jahres der Berufung" soll an allen Sonn- und Feiertagen in den Fürbitten um Priester- und Ordensberufe gebetet werden. Ich bitte Sie, pflegen Sie in Ihrer Pfarrei die Anbetung vor dem Allerheiligsten, besonders in der Heiligen Stunde vor dem Herz-Jesu-Freitag. Überlegen Sie im Pfarrgemeinderat und in den verschiedenen kirchlichen Gruppierungen, was Sie tun können, um Priester- und Ordensberufe zu fördern. Vor allem bitte ich Sie, ermutigen Sie junge Menschen, auf den Ruf Gottes zu hören und ihm zu folgen. Die jungen Menschen lade ich ein, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Beim Eröffnungsgottesdienst am Christkönigssonntag im Dom werde ich den Pfarrgemeinden eine Berufungskerze überreichen. Sie soll in allen Gottesdiensten während des Jahres brennen und Ausdruck unseres Gebetes sein, das zu Gott emporsteigt und Priester- und Ordensberufe für unser Erzbistum erfleht. Zur Mitfeier des Eröffnungsgottesdienstes lade ich herzlich ein. Jeder geistliche Beruf ist ein Geschenk Gottes für die Kirche, aber auch für den Berufenen selbst. Bei seiner Amtseinführung sagte der Heilige Vater: "Wer Christus eintreten lässt, verliert nichts, gar nichts absolut nichts von dem, was das Leben frei, schön und groß macht. Nein, nur in dieser Freundschaft öffnen sich die Türen des Lebens weit. Nur in dieser Freundschaft erschließen sich wirklich die großen Möglichkeiten des Menschseins. Nur in dieser Freundschaft erfahren wir, was schön und was befreiend ist." Mit diesen Worten weist der Heilige Vater darauf hin, dass es beim Priester- wie beim Ordensberuf zutiefst um diese Freundschaft mit Jesus geht, die neue Türen des Lebens öffnet. Darum sagte der Papst an die Jugendlichen gewandt: "Habt keine Angst vor Christus! Er nimmt nichts, und er gibt alles." Ich bin sicher, dass es auch in unserem Erzbistum viele junge Christen gibt, die Jesus in sei-nen besonderen Dienst ruft. Vielleicht ist es der Zeitgeist, manchmal sogar ihre engste Umgebung, die ihnen vom Priester- und Ordensstand abrät. Umso nachdrücklicher sage ich den jungen Christen: Habt keine Angst, dem Ruf des Herrn zu folgen! Es ist der Ruf seiner Liebe, der Ruf in seine Freundschaft, die Euch nichts nimmt, aber alles gibt. Es ist doch schön und erfüllend, in Jesu Namen den Menschen "die Nahrung von Gottes Wahrheit, von Gottes Wort" zu reichen und "die Nahrung seiner Gegenwart, die er uns in den Sakramenten schenkt" (Benedikt XVI.). Liebe Schwestern und Brüder, ich bitte Sie alle noch einmal inständig, machen Sie sich das Anliegen unseres Berufungsjahres zu Eigen. Beten Sie um Priester- und Ordensberufe und werben Sie dafür, damit die Kirche in unserem Erzbistum lebendig bleibt und voll Freude und Zuversicht ihren Pilgerweg gehen kann, dem Herrn entgegen. Dazu segne Euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen. München, am 10. Oktober 2005, dem 52. Jahrestag meiner Priesterweihe Ihr Erzbischof |
Nicole (Name wurde geändert) fragt:
Die Sprache Gottes erlernen: P. Raniero Cantalamessa über die Macht des Wortes <zenit.org, Juli 11> Berufungspastoral in Europa heute: 98 Delegierte aus 21 Ländern trafen sich in Porto <zenit.org, Juli 10> Insbesondere möchte ich euch den Apostel Paulus zum Vorbild geben <zenit.org, Juli 9> | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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