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P. Marcial Maciel LC Rom, Mittwoch, den 17. Mai 2000. Anlässlich des Jubiläums der Priester im Heiligen Jahr lädt Papst Johannes Paul II. den Gründer und Generaldirektor der Legionäre Christi, P. Marcial Maciel, ein, vor den auf dem Petersplatz versammelten Priestern ein Zeugnis seiner Berufung und seines priesterlichen Wirkens zu geben. Es folgt die deutsche Übersetzung dieses Zeugnisses: Zu Beginn dieser Worte bewegen mich zwei Gefühle: Zum einen die Angst, Geheimnisse zu verletzen, die mit einer sehr persönlichen Christusbeziehung zusammenhängen; zum anderen der Wunsch, öffentlich die Größe des Herrn zu verkünden. Er hat uns in seiner Barmherzigkeit erwählt, als Priester in dieser Zeit sein rettendes und heiligendes Werk fortzuführen. Als 1926 in Mexiko die Christenverfolgung im Gang war, konnte ich aus nächster Nähe erfahren, was es bedeutet, Jesus Christus zu lieben und sein Blut für ihn hinzugeben. Noch heute erinnere ich mich sehr genau an die Leichen von Erwachsenen und Jugenlichen, die ich an den Telefonmasten aufgehängt sah, weil sie ihren Glauben bekannt und auch verteidigt haben. Daher war Jesus Christus für mich niemals eine bloße Idee, sondern eine lebendige Person für die viele Priester, Seminaristen, Männer, Frauen und sogar Kinder ihr Leben gaben. Das Zeugnis dieser Menschen ließ in mir den Wunsch einer bedingungslosen Hingabe für Christus und seine Kirche reifen, auf jenen Wegen, welche die göttliche Vorsehung für mein priesterliches Leben vorgesehen hatte. Mit 15 Jahren vernahm ich den Ruf zum Priestertum. Im Seminar erkannte ich, dass Gott mich darum bat, eine Priesterkongregation zu gründen, um durch sie sowie in Zusammenarbeit mit einer Laienbewegung am großen Evangelisierungswerk der Kirche mitzuarbeiten. Dabei sollten Laien den Reichtum betrachten, den ihre Taufe beinhaltet und darin ihre Berufung zur Heiligkeit und zum Apostolat entdecken. Alles das aber innerhalb der Kirche und in Gemeinschaft mit denjenigen, welche die Sendung haben, sie zu leiten und zu führen: Der Heilige Vater und die Bischöfe in Gemeinschaft mit ihm. Die Treue zum Lehramt und der Disziplin der Kirche war für mich eine logische Folge meiner Liebe zu Christus und seiner Kirche, da ich von den Worten Jesu an seine Apostel überzeugt war: Wer euch hört, der hört mich! (Lk 10,16) Die Erfüllung eines Priesterlebens sah ich immer in der beständigen und grenzenlose Hingabe an Gott und die Mitmenschen. Bestärkt haben mich darin die Worte des hl. Paulus: Ich aber will sehr gern alles aufwenden und mich für euch aufreiben. (2 Kor 12, 15) Angesichts der Bedürfnisse der Welt und der Menschen sah ich die apostolische Arbeit als eine Dringlichkeit an, die mir keine andere Wahl ließ, als mich mit all meinen Kräften der Ausbreitung des Reiches Christi unter den Menschen zu widmen. Das Priestertum hat für mich daher eine doppelte Dimension: eine leidenschaftliche Liebe zu Christus und zu seinem Reich und eine brennende Liebe zu den Mitmenschen, um so das Gebot der Nächstenliebe bis zur letzten Konsequenz zu leben. Mit dieser Perspektive rücken Egoismus, Faulheit, Bequemlichkeit, üble Nachrede sowie das, was die anderen sagen, in den Hintergrund. Der Priester lernt auf diese Weise aus eigener Erfahrung, dass die Liebe zu Christus und die wirkliche Nächstenliebe ihn dazu führt, dem Herrn mit dem Kreuz auf der Schulter nachzufolgen, allerdings nicht ohne die Freude und das Glück einer Liebe, die sich jeden Tag erneuert und reifer, tiefer und umfassender wird. Die großen Herausforderungen, mit denen sich Kirche und Welt konfrontiert sehen, haben meine Arbeit vorangetrieben und mich in der Überzeugung bestärkt, dass es nur ein Leben gibt und man nur einmal lebt. Deshalb ist es notwendig, mit vollen Einsatz und beständig die Sendung zu erfüllen, die Gott uns anvertraut hat. In seiner Güte wünscht Gott die menschliche Mitarbeit, um sein Erlösungswerk zu verwirklichen. Ich erinnere mich daran, dass ich den ersten Mitbegründern zu sagen pflegte, dass ein kurzes aber intensiv gelebtes Leben einem langen voll von Mittelmäßigkeit vorzuziehen sei. Ich möchte diese Worte nicht beschließen, ohne auch an Maria zu denken. Die Liebe zu Jesus Christus hat auf ganz natürliche Weise dazu geführt, auch seine heilige Mutter zu lieben. Maria war mir immer eine lebendige und zärtliche Person, die mir in meinem persönlichen Leben und priesterlichen Wirken nahe war. Sie hat mich während meines ganzen priesterlichen Dienstes wie eine gute Mutter gestützt, begleitet und beschützt. Heute danke ich Gott aus tiefsten Herzen dafür, dass er mich erwählt hat, Priester zu sein, dass er mich immer in seiner Liebe erhalten und mich in der Weise, die er für richtig hielt, in den Werken eingesetzt hat, die er durch mich verwirklichen wollte. Sehr herzlich danke ich auch dem Heiligen Vater Papst Johannes Paul II. für das erbauliche Beispiel, das er uns täglich gibt. Damit gibt er allen Priester in der Welt ein leuchtendes Vorbild und einen kräftigen Ansporn. Für all dies verkünden wir heute die Größe des Herrn, der treu ist und größere Dinge vollbringt, als wir uns vorstellen können oder zu hoffen wagen. Er möge uns die Kraft geben, ihm leidenschaftlich zu dienen und aus Liebe zu ihm auch allen Menschen und dem ganzen Menschen. |
Die Sprache Gottes erlernen: P. Raniero Cantalamessa über die Macht des Wortes <zenit.org, Juli 11> Berufungspastoral in Europa heute: 98 Delegierte aus 21 Ländern trafen sich in Porto <zenit.org, Juli 10> Insbesondere möchte ich euch den Apostel Paulus zum Vorbild geben <zenit.org, Juli 9> | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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