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Wenn die Welt euch haßt, dann wißt, daß sie mich schon vor euch gehaßt hat. Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum haßt euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. (Joh 15,18-20) Christus hat die Apostel auf den engen Weg der Nachfolge eingeladen und den Seinen deshalb nicht verheimlicht, dass sie nicht Ehre und Erfolge, sondern auch Kreuz und Verfolgung erwarten. Besonders die Priester sind berufen, an ihrem irdischen Leben zu ergänzen, was am Leiden Christi noch fehlt (vgl. Kol 1,24). Doch brauchen sie den Weg nicht mit hängendem Kopf und tränenden Augen zu beschreiten, weil sie wissen dürfen, dass der Herr sie mit seiner Gnade und Kraft begleitet und sie in ihrer Schwäche stark sind (vgl. 2 Kor 12,20). Giampaolo Mattei zeichnet in seinem Artikel das Bild eines Priesters nach, der inmitten von Ablehnung, Erniedrigung und Erschöpfung, seinen Glauben und seine Liebe nicht nur zu bewahren, sondern sogar noch zu verstärken vermochte. Inmitten einer Macht, die sich als erster atheistischer Staat der Welt rühmt, zeigt sich in P. Anton Luli SJ die Kraft Christi, die alle Anfeindung überwindet: Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt (Joh 16,33). Niemand wußte, was aus Pater Anton Luli, einem Dieser heroische Priester starb in der Nacht zum 9. März 1998 im stolzen Alter von 88 Jahren im Jesuitenhaus in Rom in der Via degli Astalli. Nach der Trauerfeier in der Chiesa del Gesù wurde sein Leichnam nach Albanien zurückgebracht, wo der Erzbischof Rrok K Mirdita das Requiem feierte. Viele legten Blumen am dem Beichtstuhl nieder, in dem er Gläubige aus allen Teilen Albanien empfing, um ihnen die Beichte abzunehmen. Oft fand man ihn auch ihn kleinen Dörfer, wo er viele Stunden im Beichtstuhl zubrachte. Von Tirana aus wurde sein Leichnam nach Lóhja, seiner Heimatstadt, gebracht, wo er neben seinen Eltern begraben wurde. Während der letzten Jahre seines Lebens hat Pater Luli mehr als einmal öffentlich Zeugnis von seinem unerschütterlichen Vertrauen in Christus gegeben, das weder Verfolgung noch Folter schwächen konnten. Am 7. November 1996 fand er in der Audienzhalle Papst Pauls VI. ein ergriffenes Publikum vor. Unter seinen Zuhörern war kein geringerer als Papst Johannes Paul II., der sich dieses Zeugnis als Beitrag zu den Feierlichkeiten zu dem 50. Jahrestag seiner Priesterweihe gewünscht hatte. Der LOsservatore veröffentlichte verschiedene Interviews. In denen fiel besonders die Heiterkeit und Gelassenheit auf, mit der Pater Anton seine Geschichten erzählte, trotz des ernsten Themas: Die Verfolgung der Katholiken war besonders schrecklich, sie wollten uns einfach vernichten, bemerkte er einmal. Anton Luli war am 15. Juni Pater Luli war sodann Gemeindepfarrer von Shgrèli, einer Stadt, die etwa Am Heiligen Abend 1947 zog der Gefängniswärter den jungen Priesters aus und hängte ihn mit einem Seil, das er unter die Achselhöhlen schlang, auf: Ich war nackt und konnte den Boden nur mit den Zehenspitzen berühren. Ich fühlte mich schlaff, schwerfällig aber doch hart. Ich fühlte die Kälte nach und nach heraufsteigen und als sie meine Brust erreichte, war ich dicht daran, den Mut sinken zu lassen. Ich stieß einen verzweifelten Schrei aus und mein Folterer band mich los, aber nur, um mich bewußtlos zu schlagen. Doch gerade in dieser Nacht und an diesem Ort, in der Einsamkeit eines solchen Todeskampfes, erfuhr ich den wahren Sinn der Menschwerdung und des Kreuzes. Später mußte er mitansehen, wie seine Peiniger den jungen Gemeindepriester von Rèci, Pater Pietro Cuni, zu Tode folterten. Als er festgenommen wurde, erinnert sich Pater Luli, winkte ich ihm vom Fenster zu, doch schon am nächsten Tag schlugen sie ihn und jagten elektrischen Strom durch seine Ohren. Sie begruben ihn in der Kloake, wie sie es auch mit Pater Alessandro Sirdani getan hatten. Wir hatten dies nur bemerkt, weil wir feststellten, daß der Boden aufgewühlt war und unter unseren Füßen nachgab. Das war Ende 1948. Das tägliche Essen bestand aus 600 gr. Brot und etwas Wasser. Einige der Gefangenen waren so hungrig und durstig, daß sie schließlich ihre eigenen Exkremente aßen und ihren Urin tranken. Dann wurde der übliche für jedes kommunistische Regime typische Scheinprozeß geführt. Er endete mit dem naheliegenden Urteil zu harter Arbeit. P. Liuli wurde nach Bedèn geschickt, wo Sümpfe trocken zu legen waren. Die Gefangenen mußten jeden Tag arbeiten. Sie erhielten 750 gr. Brot (die Ration war gestiegen...) und etwas Spülwasser. Nachdem er sechs Jahre Arbeit unter solchen Bedingungen überlebt hatte, wurde der albanische Jesuit in das berüchtigte Gefängnis von Burrèl gebracht worden, das spaßeshalber auch als Vernichtungslager genannt wurde. Mehr oder weniger war dies das Sibirien in Albanien. Es war vor allem für politische Gefangene vorgesehen. Ich bin dorthin gebracht worden, erzählte er heiter, anstelle eines anderen, dem durch Taktik und Günstlingswirtschaft diese mißliche Situation erspart geblieben war. Und das nur, weil die Regierung siebzehn Gefangene für Burrèl verlangte, ich war der Siebzehnte. Bemerkenswert ist, daß Pater Luli dies ohne jeden Groll gegen seine Folterer berichtet. Am 20. Oktober 1954 wurde er nach Verbüßen seiner Strafe entlassen. Unverzüglich und ungeachtet dessen, was er alles ausgehalten hatte, kehrte er zur Arbeit als Gemeindepriester in Shenkóll zurück, wo er elfeinhalb Jahre unter schwierigsten Umständen in einer sehr gefährlichen Lage seinen Dienst versah. Am 6. Dezember 1966 schließlich wurde seine Gemeinde aufgelöst und in ein Kulturzentrum umgewandelt. Am 19. März 1967, dem Fest de hl. Joseph, das in diesem Jahr mit dem Palmsonntag zusammenfiel, wurden alle katholischen Kirchen des Landes geschlossen und versiegelt: Albanien bezeichnete sich offiziell als der erste wirklich atheistische Staat der Welt. Um sich einen Lebensunterhalt zu beschaffen, arbeitete Pater Anton als Landarbeiter in seiner Heimatstadt. Doch die Polizei ließ ihn nie aus den Augen und suchte nur noch nach einem Vorwand, um ihn wieder festzunehmen zu können. Daher konnte er seine tägliche Messe immer nur heimlich feiern.. Am 30. April 1979 endlich war ein Vorwand für seine Festnahme gefunden (dann freilich brauchten die Kommunisten keinen Vorwand mehr ...). Er war enttarnt und wurde wieder in das Gefängnis von Scutari zurückgebracht. Bis zu zwanzig Personen wurden Keller, der nur drei mal drei Meter groß war, zusammengepfercht worden. Keine Folter wurde Ihnen erspart. Neun Monate später fand wieder einmal ein Prozeß ohne jede ernsthafte Rechtsgrundlage statt, und diesmal wurde er wegen Sabotage gegen das Volk zum Tode verurteilt. Doch wurde das Urteil später in fünfundzwanzig Jahre Gefängnis und fünf Jahre Einzelhaft umgewandelt, obwohl der Häfling schon 70 Jahre alt war. Pater Luli wurde zunächst in Fieri und dann in Shenkóll, wo er Gemeindepriester gewesen war, gefangen gehalten. 1987 kam die Verlegung in das Gefängnis von Saranda, wo er bis zu seiner Entlassung am 15. April 1989 blieb. Er war 79 Jahre alt und 42 Jahre waren seit seiner ersten Verhaftung vergangen. Ich feierte meine erste öffentliche Messe am 25. November 1990 auf dem Friedhof von Bushàti, berichtete Pater Luli. Alle Anwesenden waren bewegt und schluchzten wie die Kinder. Obwohl es ein kalter Tag war, war eine ungewöhnliche große Menge an Menschen zugegen, auch viele Muslims. Ohne Zeit zu verlieren oder an sein Alter und seine Gesundheit zu denken, stützte er sich gleich wieder in die Seelsorge. Sehr bald stellte er fest, wie sehr sich Kirche und Welt in den Jahre seiner Isolation und Gefangenschaft verändert hatte. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass ein Zweites Vatikanisches Konzil stattgefunden hattre, meint er schmunzelnd. Doch dann überstürzten sich die Ereignisse. Am am 22. April 1993 konnte er an der Pilgerreise des Heiligen Vaters zum Bild der Jungfrau des guten Rates, die vom albanischen Volk besonders verehrt wird, teilnehmen. Ebenso erlebte er am 25. April 1993 die historische Pastoralalreise Johannes Pauls II. nach Albanien. Beim diesem Besuchs wurden vier neue Bischöfe ernannt, was einer Wiedergeburt der katholischen Kirche in Albanien gleichkam. Für diesen Neuanfang der albanischen Kirche hat Pater Luli hat ein großes Erbe hinterlassen. Am 7. November 1996 bezeugte er vor dem Papst sowie vielen Bischöfen und Gläubigen aus der ganzen Welt: In diesem Leiden bin ich verbunden gewesen mit der Trost spendenden Gegenwart unseres Herrn Jesus, dem höchsten und ewigen Priester, der mir manchmal auch einen Beistand gab, den ich nur als außerordentlich beschreiben kann, so groß waren die Freude und der Trost, die auf mich übergegangen sind. Die albanischen Katholiken können ihre Kirche nicht wieder aufbauen, ohne das Vergange zu bedenken. Der Glauben der Katakomben, der Gefängnisse und der Martyrer sind ein sehr gutes Fundament zur Evangelisation im dritten Jahrtausend. Das ist es, was Pater Anton uns gelehrt hat. Denen, die ihn fragen, wie es möglich ist, 42 Jahre in Unterdückung und Gefangenschaft treu auszuharren, antwortet er: Christus war an meiner Seite, er gab mir außerordentliche Kraft, die mich mit Freude erfüllte. Es war eine große Erfahrung des Priestertums, für die ich dem Herrn danke. Zweifellos habe ich eine besondere Erfahrung hinter mir, aber ich bin nicht der einzige. Es gibt unzählige Priester, die um Christi willen Verfolgung erlitten haben. Man kann alles von uns nehmen, aber niemand wird jemals die Liebe zu Jesus und zu unseren Brüdern aus unseren Herzen reißen können. Pater Anton Luli war zutiefst hiervon überzeugt. Wir wurde er daruaf angesproch, ob er noch einmal einem seiner Folterer begegnet sei. Ja, antwortete er lächelnd, ich traf zufällig einen meiner Folterer auf der Straße. Er war einer von jenen, der mir aus menschlicher Sicht mein Leben genommen hat. Vom Mitleid bewegt ging ich auf ihn zu und umarmte ihn. Damit hat Pater Anton uns nicht nur ein außergewöhnliches Glaubenszeugnis, sondern ebenso eine großartige Beispiel des christlichen Vergebens hinterlassen. In Tirana nennen ihn die Leute heimlich i shenjti, die albanische Bezeichnung für Der Heilige. Selbst die Kommunisten, seine erbittertsten Verfolger, nennen ihn so, denn auch sie waren Zeugen der verzeihenden Umarmung. Pater Luli bezeichnete sich selbst gern als den armseligen Priester. Er sagte: Ein Priester ist zuallererst jemand, der Liebe kennengelernt hat; ein Priester ist jemand, der lebt um zu lieben. Christus zu lieben und jeden in ihm zu lieben, in jeder Situation des Lebens bis zur Aufopferung des eigenen Lebens. Und er wiederholt mit Freude und Überzeugung die Worte des Apostels Paulus: Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? In der Schrift steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat. Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. (Röm 8,35-37) |
Nicole (Name wurde geändert) fragt:
Deus semper maior <kath.net, September 25> Kroatien gedenkt der Seligsprechung von Kardinal Stepinac <kathweb.at, September 19> P. Raniero Cantalamessa: Gott ruft alle, und er ruft zu jeder Zeit! <zenit.org, September 19> | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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