Inhalt Fragen und Antworten Zeugnisse ![]() Gebet ![]() Materialien ![]() Termine ![]() Multimedia ![]() Über uns ![]() Links und Statisti... ![]() Berufungsfindung Archiv Kontakt
eMail Newsletter |
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1928 in Huë, Vietnam, geboren, 1953 zum Priester geweiht, war nach Studienjahren in Rom ab 1967 zunächst Bischof von Nhatrang. Das Ende des Vietnamkrieges 1975 erlebte er als bereits bestimmter künftiger Erzbischof der südvietnamesischen Hauptstadt Saigon. Kurz nach der Besetzung der Stadt durch Truppen der kommunistischen Vietcong wurde er interniert. Die Haft dauerte 13 Jahre, davon neun Jahre (1976-1978 und 1982-1988) in strenger Isolation. Nach seiner Freilassung berief ihn Papst Johannes Paul II. nach Rom und ernannte ihn zum Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden (Justitia et Pax) sowie zum Mitglied der Sakramentenkongregation und der Kongregation zur Evangelisierung der Völker, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 2002 der Kirche treu diente. Kardinal François Xavier Nguyên Van Thuan (1928-2002), ein großer Zeuge für den christlichen Glauben im 20. Jahrhundert, befindet sich auf dem Weg zur Seligsprechung. Leben aus dem Wort Gottes (S. 68) Als ich alles verloren hatte und im Gefängnis war, dachte ich daran, mit ein Vademecum zu bereiten, das mir ermöglichen sollte, auch in dieser Situation zu leben: aus dem Wort Gottes zu leben. Ich hatte weder Papier noch Hefte, aber die Polizei versorgte mich mit Blättern, auf denen ich all die vielen Fragen, die sie mir stellte, schriftlich hätte beantworten sollen. Da habe ich begonnen, nach und nach einige Papierbogen zu unterschlagen, und es ist mir gelungen, ein winziges Notizbüchlein anzufertigen, in das ich Tag für Tag im Ganzen mehr als 300 Sätze aus der Heiligen Schrift in lateinischer Sprache aufschreiben konnte, die ich auswendig im Gedächtnis hatte. Das so rekonstruierte Wort Gottes ist mein tägliches Vademecum gewesen, meine kostbare kleine Schatztruhe, aus der ich Kraft und Nahrung schöpfen konnte. (S. 71) Im Gefängnis von Phu-Khanh teilten die Katholiken das Buch des Neuen Testamentes, das sie heimlich mitgebracht hatten, in kleine Blättchen auf, verteilten sie untereinander und lerntes es auswendig. Da der Fußboden aus Erde oder Sand bestand, verbargen sie, wenn sie die Schritte der Polizisten hörten, das Wort Gottes unter dem Boden. Am Abend, in der Dunkelheit, trug jeder der Reihe nach den Teil vor, den er gelernt hatte. Es war eindrucksvoll und bewegend, in der Stille und Dunkelheit dem Wort Gottes zu lauschen, die Gegenwart Jesu, das lebendige Evangelium, zu spüren, mit aller Seelenstärke vorgetragen, das Hohepriesterliche Gebet, die Passion Jesu zu hören. Die Nichtchristen hörten mit Respekt und Bewunderung das an, was sie Verba sacra nannten. Viele drückten als ihre eigene Erfahrung aus, dass das Wort Gottes Geist und Leben ist. Die Liebe erste Evangelisierung (S. 78): Als ich mich in Isolationshaft befand, beaufsichtigen mich fünf Wächter; sie wechselten sich ab, zwei waren immer bei mir. Ihre Vorgesetzten hatten zu ihnen gesagt: Alle zwei Wochen tauschen wir die jeweilige Gruppe gegen eine andere aus, damit ihr von diesem gefährlichen Bischof nicht ,verdorben werdet. Später haben sie entschieden: Wir tauschen euch nicht mehr aus, sonst verdirbt dieser Bischof alle Polizisten. Anfangs wechselten die Wächter kaum ein Wort mit mir. Sie antworteten nur mit ja und nein. Es war wirklich traurig. Ich wollte nett und höflich mit ihnen sein, aber es war unmöglich. Sie vermieden es, mit mir zu sprechen. Eines Nachts kam mir ein Gedanke: Francois, du bist doch sehr reich, du hast die Liebe Christi in deinem Herzen; liebe sie, wie Jesus dich geliebt hat. Am folgenden Tag habe ich begonnen, sie noch mehr zu lieben, Jesus in ihnen zu lieben, mit einem Lächeln und freundlichen Worten. Ich habe angefangen, Geschichten von meinen Auslandsreisen zu erzählen, davon, wie die Völker in Amerika, in Kanada, in Japan, auf den Philippinen leben ... über die Wirtschaft, die Freiheit, die Technologie. Das hat ihre Neugier erregt und sie dazu gebracht, mir ganz viele Fragen zu stellen. Nach und nach sind wir Freunde geworden. Sie wollten fremde Sprachen lernen: Französisch, Englisch ... Meine Wächter wurden meine Schüler Messe im Gefängnis (S. 128) Als ich verhaftet wurde, musste ich sofort mitgehen, mit leeren Händen. Am folgenden Tag wurde mir erlaubt, an die Meinen zu schreiben, um das Nötigste von ihnen zu erbitten: Kleidung, Zahnpasta ... Ich schrieb: Bitte schickt mir ein bisschen Wein als Medizin gegen die Magenschmerzen. Die Gläubigen haben sofort verstanden. Sie schickten mir ein kleines Fläschchen Messwein mit der Aufschrift Medizin gegen Magenschmerzen und Hostien, die in einer Fackel gegen Feuchtigkeit versteckt waren. Die Polizei fragte mich: Haben Sie Magenschmerzen? Ja. Hier ist ein bisschen Medizin für Sie. Nie werde ich meine große Freude in Worte fassen können: Mit drei Tropfen Wein und einem Tropfen Wasser in der hohlen Hand feierte ich Tag für Tag die Messe. Das war mein Altar, das war meine Kathedrale! Ich hatte die wahre Medizin für Seele und Leib: Arznei der Unsterblichkeit, das Gegenmittel, um nicht zu sterben, sondern immer das Leben mit Christus zu haben wie Ignatius von Antiochien sagt. Bei diesen Feiern konnte ich meine Arme ausbreiten, gleichsam als würde ich mit Jesus ans Kreuz genagelt; ich konnte mit ihm den bitteren Kelch trinken. Jeden Tag bekräftigte ich beim Sprechen der Konsekrationsworte aus ganzem Herzen und ganzer Seele einen neuen Bund, einen ewigen Bund zwischen Jesus und mir, durch sein Blut, das sich mit dem meinen vermischte. Das waren die schönsten Messfeiern meines Lebens! Eucharistie im Umerziehungslager (S. 130) Im Umerziehungslager waren wir in Gruppen von 50 Personen aufgeteilt; wir schliefen auf einem gemeinsamen Bett, jeder hatte Anspruch auf 50 Zentimeter. Wir konnten es so einrichten, dass fünf Katholiken mit mir zusammen waren. Um 21:30 musste das Licht gelöscht werden, und alle mussten schlafen gegen. Das war der Zeitpunkt, an dem ich mich über das Bett beugte, um die Messe zu zelebrieren. Auswendig. Zur Kommunionausteilung reichte ich die Hostie unter dem Moskitonetz durch. Wir bastelten sogar kleine Täschchen aus dem Papier von Zigarettenschachteln, um das Allerheiligste aufzubewahren und es den anderen zu bringen. Jesus in der Eucharistie war immer bei mir, in der Tasche meines Hemdes. Jede Woche fand eine Indokrinations-Sitzung statt, an der das ganze Lager teilnehme musste. In der Pause nutzten meine katholischen Mithäftlinge und ich die Gelegenheit, an jede der vier Gefangenen-Gruppen ein Täschchen weiterzugeben. Alle wussten, dass Jesus mitten unter ihnen war. In der Nacht wechselten sich die Gefangenen schichtweise zur Anbetung ab. Der eucharistische Jesus half durch seine stille Gegenwart in unvorstellbarer Weise: Viele Christen fanden zu einem glühenden, engagierten Glauben zurück. Ihr Zeugnis im Dienen und in der Liebe übte einen immer stärkeren Einfluss auf die anderen Gefangenen aus. Auch Buddhisten und andere Nichtchristen kamen zum Glauben. Die Kraft der Liebe Jesu war unwiderstehlich. So wandelte sich die Finsternis des Kerkers in österliches Licht, und während des Sturmes keimte der Same in der Erde. Das Gefängnis wurde zu einer Katechismus-Schule. Die Katholiken tauften ihre Mithäftlinge und wurden ihre Paten. Im Ganzen waren etwa 300 Priester gefangen. Ihre Anwesenheit in den Lagern war ein Werk der Vorsehung nicht nur für die Katholiken: Es ergab sich dadurch die Gelegenheit zu einem ausgedehnten interreligiösen Dialog, der gegenseitiges Verständnis und allseitige Freundschaft geschaffen hat. So ist Jesus wie die heilige Teresa von Avila sagt unser wirklicher Weggenosse im Heiligsten Sakrament geworden.
Entnommen aus: Francois Xavier Nguyen van Thuan Hoffnung, die uns trägt Die Exerzitien des Papstes Herder, Freiburg im Breisgau, 2001 ISBN 3-451-27419-1 |
Melanie fragt:
'Ihr seid der große Schatz' <kath.net, August 8> 'Der liebe Gott liebt es, belästigt zu werden' <kath.net, August 4> Thanking Blessed Mary for light Divine <kath.net, August 4> | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ein Apostolat der Legionäre Christi und des Regnum Christi im Dienst der Kirche. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Offizielle Website der Legionäre Christi Offizielle Website des Regnum Christi Kontakt Copyright 1999-2008, Legion of Christ. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||