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Gemeinschaft Familie Mariens
Zeugnis von Sr. Maria Laura
Meine Bekehrungs- und Berufungsgeschichte ist, wie bei vielen Jugendlichen, nicht so sensationell verlaufen, sondern es war zunächst ein langsames Kennenlernen des Glaubens und nach einigem inneren Kampf dann auch eine bewußte Entscheidung für Gott.

Der Herr hat mich ständig an der Hand geführt, mich beschützt und über mich gewacht, ohne dass ich mir dessen bewusst war. Doch jetzt im Nachhinein darf ich mit Dankbarkeit sagen, dass ich durch die Gottesmutter genau an den Platz geführt worden bin, den Gott für mich vorbereitet hat. Denn seit meinem 21. Lebensjahr darf ich in der Missionsgemeinschaft Familie Mariens ganz für Gott leben.

 

Vor meiner Bekehrung bin ich eigentlich nur deshalb am Sonntag in die Kirche gegangen, weil es meine Eltern gewollt haben. Gebetet habe ich auch nur, weil uns die Mama am Abend alle zusammen getrommelt hat, und oft habe ich gar keine Lust dazu gehabt. So habe ich diese Zeit nur abgesessen und gewartet, bis endlich alles vorbei war.

 

Mit ungefähr 12 Jahren habe ich eine Weihe an die Gottesmutter gebetet, die ich irgendwo abgedruckt gefunden habe. Den dabei versprochenen täglichen Rosenkranz und die anderen Versprechen habe ich jedoch schnell vergessen. Es folgte eine Zeit, die ich mehr oder weniger lau lebte. Die Sehnsucht meiner guten Phasen, nämlich einen gottgeweihten Weg zu gehen und nach Heiligkeit zu streben, ging in den Freuden und Mühen des Alltags schnell unter.

 

So lebte ich wie alle anderen, machte Abitur und erlernte einen Beruf. Mit 18 Jahren wurde ich zu einer Jugendwallfahrt zu einem Marienwallfahrtsort in Italien eingeladen. Hier begann allmählich meine Bekehrung und meine Hinkehr zu Gott. Auf dieser Fahrt lernte ich zum ersten Mal Jugendliche kennen, die den Glauben mit Begeisterung und Hingabe lebten. Ich kam mir vor wie in einer ganz anderen Welt, aber sie gefiel mir sehr. In meiner Umgebung kannte ich nämlich keine Jugendlichen, die den Glauben so begeistert praktizierten, wie ich es hier erlebte. Deshalb war ich voller Ergriffenheit und Staunen.

 

In dieser Zeit stieg wieder der Wunsch nach einem Leben nur für Gott in meinem Herzen auf. Da ich bis dahin nie junge Ordensschwestern in echt gesehen habe, geschweige denn persönlich gekannt habe, dachte ich mir, dass man erst als alter Mensch ins Kloster geht. Deshalb wußte ich nicht mit der Sehnsucht umzugehen, die ich in meinem Herzen verspürte. So dachte ich mir, dass ich wohl auf die Erfüllung dieses Wunsches verzichten müsse, so wie man auch auf manch andere Dinge verzichten muss, von welchen man im Leben gerne träumt, aber von denen man genau weiß, dass sie sich wahrscheinlich nie erfüllen werden.

 

Da hatte Gott aber noch ein Wörtchen mitzusprechen. 1997 erfuhr ich durch Bekannte vom Weltjugendtreffen mit dem Heiligen Vater in Paris, und ich entschied mich zur Teilnahme. Auf der Reise lernte ich einige Missionarinnen der Familie Mariens kennen, die mich einluden, sie einmal in ihrem Mutterhaus in der Slowakei zu besuchen. Zuerst konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass ich jemals ihre Einladung annehmen würde; nach kurzer Zeit jedoch befand ich mich tatsächlich inmitten dieser Schwestern auf Besuch.

 

Es dauerte dann noch ein ganzes Jahr, bis ich mich wirklich ganz für Gott entscheiden konnte. Wenn es ernst wird, dann überlegt man es sich oft doch noch einmal, ob dies wirklich der richtige Weg ist. Aber Gott sei dank habe ich die Gnade und Kraft bekommen, mein Ja-Wort zu sprechen. So bin ich nun glücklich, mein Leben als Missionarin ganz Gott zur Verfügung stellen zu dürfen.

                                                                                                                                                                                                       
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