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Wen Maria bei der Hand nimmt
Die Berufungsgeschichte von Johannes Rota nLC
Am 12.05.1986 erblickte Johannes in Kempten/Allgäu als fünftes von sechs Kindern das Licht der Welt. Nach seinem Schulabschluss 2001 begann er eine Berufsausbildung zum Molkereifachmann, die er im März 2004 beendete. Seit September folgt er Christus auf eine besondere Art und Weise nach...

Meine Kindheit durfte ich im schönen Allgäu, zwischen Bergen und Wiesen verbringen. Auch hatte ich das Glück, in einer sehr gläubigen Familie aufzuwachsen, in der das tägliche Gebet und die regelmäßige Heilige Messe selbstverständlich waren. Schon sehr früh hat meine Mutter mit mir und meinen Geschwistern die Vorbereitung auf die Marienweihe gemacht. Ich weiß noch genau, wie wir damals in der ersten Reihe der Kapelle knieten, in der wir die Weihe an einem Marienfest ablegten. Ich bekam eine schöne Kerze in die Hand, und alle Leute schauten auf mich. Nach der Messe beglückwünschten sie mich, und dann war auch schon alles wieder vorbei. Ich wusste und verstand vielleicht nicht wirklich, was in dem Moment passiert war, aber heute bin ich davon überzeugt, dass Maria damals das Ruder meines Lebens in die Hand genommen hat und mir von da an besonders nahe stand. Diese Gewissheit durfte ich im Laufe der Jahre noch öfters erfahren. In diesen frühen Jahren meiner Kindheit hatte ich schon den Wunsch, wenn ich groß bin, werde ich einmal Priester.

Mit der Zeit stellte ich jedoch fest, dass der Glaube um mich herum bei Freunden und in der Schule nicht so natürlich war wie bei uns daheim und als ich merkte, was es in der Welt sonst noch für schöne Möglichkeiten gab, rückte dieser Wunsch immer mehr in den Hintergrund, und Computer & Co wurden wichtiger. Auch das Gebet und die Messe verrichtete ich nur noch, weil es daheim üblich war. Viele andere Dinge gewannen an Bedeutung, und meine Vorstellung für die Zukunft änderte sich. Gott jedoch hatte andere Pläne.

Ich merkte schnell, dass all diese Dinge allein nicht glücklich machten, und so breitete sich eine große Dunkelheit über mein Leben aus. Oft wusste ich nicht so recht ein und aus. Inmitten dieser Ungewissheit über meine Zukunft betete ich wieder intensiv zu Gott, dass er mir helfen und mir meinen Weg zeigen sollte. Gott sei Dank verlor ich nie das Vertrauen auf seine liebevolle Fürsorge.

Der Wendepunkt kam bei einer Wallfahrt, an der ich eher unfreiwillig teilnahm. Zum ersten Mal traf ich mit anderen gläubigen Jugendlichen zusammen; ich sah, dass ich nicht allein mit dem Glauben dastand. In der Beichte legte ich mein ganzes Leben vor Gott hin und versprach ihm, seinen Willen zu tun, wenn er mir hilft. Er nahm das Angebot an.

So lichteten sich die Nebel in meinem Leben, und die Sonnenstrahlen Gottes drangen in mein Herz. Das Licht des Glaubens erstrahlte von neuem, und nun überschlugen sich die Ereignisse. Gott behalf sich einiger mir zum Teil ganz unbekannten Menschen, die mich ansprachen und fragten, ob ich nicht Priester werden wollte. Allerdings war der frühere Kindheitswunsch noch immer unter meinen Vorstellungen und Plänen begraben. Gott jedoch ließ nicht locker und schickte mir noch einige seiner Botschafter. Langsam begriff ich, dass dies ja die Stimme Gottes sein könnte, und so dachte ich mehr und mehr darüber nach.

Durch meinen Bruder Georg, der dann 2002 bei den Legionären Christi eintrat und jetzt im September seine ersten Gelübde abgelegt hat, lernte ich P. Cliff Ermatinger kennen und erzählte ihm all die Dinge, die geschehen waren. Mit der Zeit und durch die Begleitung von P. Cliff lernte ich den unüberhörbaren Ruf Gottes näher kennen, und durch seine Gnade und gewiss auch durch die Hilfe Marias war ich bereit, ihm auch zu folgen. Allerdings wusste ich nicht genau, wohin mein Weg weitergehen würde. Da ich mich noch in meiner Ausbildung befand und diese auch beenden musste, blieb noch einige Zeit zum Überlegen. Ich besuchte des öfteren das Noviziat in Bad Münstereifel, um in einer Atmosphäre der Stille und des Gebetes Klarheit zu bekommen. Ich sah die Gemeinschaft der Novizen, die Freude die sie ausstrahlten, ihre Lebensart und Spiritualität, und es dauerte nicht lange, da stand der Entschluss fest: Ich werde Legionär Christi!

Johannes Rota nLC

                                                                                                                                                                                                       
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